Informationen für Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer
Rekordsommer 2018 beflügelt Borkenkäfer

Borkenkäferfichte

Vom Borkenkäfer befallene Fichte

Im gesamten Amtsbereich - Landkreise Bamberg und Forchheim - des Forstamtes Bamberg haben sich Fichtenborkenkäfer stark vermehrt.
Besonders betroffen sind der Jurabereich östlich von Scheßlitz und die Region zwischen Igensdorf und Hiltpoltstein.

Waldbesitzer sind aufgerufen, ihre Fichtenwälder zu kontrollieren und befallene Fichten auszubringen.

Der Sommer 2018 und die Entwicklung der Borkenkäfer

Jeder kann sich noch an den besonders heißen und trockenen Sommer 2018 erinnern. Die Statistik zeigt für den Zeitraum April bis August einen Wärmerekord seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1881. Gleichzeitig gab es 2018 im Landkreis Forchheim im Sommer viel zu wenig Nass von oben.
„Der vergangene Sommer hat die Bäume in unseren Wäldern sehr mitgenommen.“, erklärt Forstamtmann Michael Bug vom Forstrevier Steinfeld.
Borkenkäfer in Rinde

Ausgewachsener Borkenkäfer

Die Borkenkäfer konnten sich aufgrund der trockenwarmen Witterung rasant vermehren:
Statt normalerweise zwei konnten sich drei Käfergenerationen entwickeln. Ein Käfer produzierte so im Laufe des Sommers 100.000 Nachkommen. Die Folgen zeigen sich immer deutlicher:
„Seit August 2018 finden wir in den Wäldern immer mehr Fichten, die von den beiden Borkenkäfern Buchdrucker und Kupferstecher befallen werden und absterben. Vor allem in jüngster Zeit sind laufend neu befallene Bäume erkennbar.“, erklärt Michael Bug.
Woran erkennt man vom Borkenkäfer befallene Bäume?
Kennzeichen eines Käferbefalls im März sind rot verfärbte Kronen oder abfallende Rinde am Stamm (häufig bei noch grüner Krone).
Ursache ist die Brut, die im vergangenen Sommer gelegt wurde und die im März und April des Folgejahres langsam aktiv wird.

Kontrolle der Fichtenwälder erforderlich

Braunes Bohrmehl auf der Rinde am Fuß eines BaumesZoombild vorhanden

Auf Bohrmehl achten!

Forstdirektor Michael Kreppel appelliert dringend an die Waldbesitzer, ihre Fichtenwälder laufend zu kontrollieren und befallene Fichten bis Mitte April einzuschlagen und aus dem Wald abfahren zu lassen. Auch das befallene Kronenmaterial sollte gehäckselt werden, um es brutuntauglich zu machen.
Zudem liegen von den Stürmen Fabienne, Eberhard und Co. vereinzelte im Herbst und Winter geworfene Fichtenstämme im Wald. Diese Hölzer bieten dem Borkenkäfer beste Brutbedingungen und müssen deshalb schnellstmöglich aufgearbeitet und außer Waldes gebracht werden, bevor sie den Käfern als willkommenes Brutmaterial dienen.
Ab April, wenn die Temperaturen im Wald 16,5°C übersteigen, schwärmen die Borkenkäfer wieder aus
Sie fliegen zu neuen Fichtenbäumen und bohren sich unter der Rinde ein. Dabei entsteht das sogenannte Bohrmehl, ein schnupftabakartiges, dunkelbraunes Pulver, das am Fuß der Bäume zu sehen ist.
Anhand des Bohrmehls kann man befallene Bäume erkennen
Dies ist lange bevor die Larven der Borkenkäfer schlüpfen und die vorher beschriebenen Befallserscheinungen an den Fichten auslösen erkennbar. Deshalb bittet das Forstamt die Waldbesitzer dringend, ab April ihre Fichtenwälder alle zwei bis vier Wochen auf Käferbefall zu kontrollieren. So wird vermieden, dass die Forstverwaltung und das Landratsamt hoheitlich einschreiten müssen. Mitte bis Ende April fliegt die größte Anzahl an Borkenkäfer aus, von daher haben die Eingriffe der Waldbesitzer im Frühjahr die größte Auswirkung auf die Käferpopulation.
Zwei Männer vor Waldkulisse

Waldbesitzer Christian Dorsch (l.) und Patrick Hammerschmidt von der WBV Bamberg

Christian Dorsch aus Poxdorf ist einer der am stärksten betroffenen Waldbesitzer
Auch er muss feststellen: „Sobald ich mit einem Käferloch fertig bin, finde ich an einer anderen Stelle Käferbäume. Es nimmt aber im Sommer auch kein Ende, wenn wir nicht bis Ende April alle Wochen die Käferbäume fällen!
Das Wichtigste ist, dass man nicht nur die Bäume wegmacht, wo man den Käferbefall schon erkennt, auch die umliegenden Bäume genauestens untersucht und gegebenenfalls entnimmt, weil oft genug ist da der Käfer auch schon drin. Trotz der Niederschläge der vergangenen Waldbesitzer immer kontrollieren!“
Er lässt sich von all dem aber nicht beirren und nimmt den Kampf gegen die Borkenkäfer auf.

Folgen des Klimawandels

Forstamtmann Michael Bug weist darauf hin, dass sich wegen des Klimawandels die Bedingungen für unsere Waldbäume ändern.
„Wir müssen die Wälder mit klimatoleranten Baumarten wie Eiche, Buche und Edellaubholz umbauen, sonst können die Wälder ihre wichtigen Funktionen für die Gesellschaft nicht mehr leisten.“
Falls der Holzeinschlag nicht selbst erledigt werden kann
Wer den Holzeinschlag nicht selbst erledigen kann, kann sich von Dienstleistern helfen lassen oder sich an die Waldbesitzervereinigungen wenden. Die Revierleiter des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Bamberg stehen bei Fragen gerne zur Beratung bereit.