Pilotprojekt
Projekt „Neue Baumarten“ rüstet heimische Wälder für Klimawandel

Gruppenfoto der am Projekt Beteiligten

Teilnehmer des Projekts "Neue Baumarten"

Wassermangel, Hitzeschäden, Insektenbefall: Die trockenheiße Witterung schwächt zunehmend unsere Wälder. Das Projekt "Neue Baumarten" will dazu beitragen, den Wald im Klimawandel zu erhalten und zu stabilisieren. Rostrote Fichten, vertrocknete Kiefern, kahlgefressene Eichen – den Bäumen in den Landkreisen Bamberg und Forchheim geht es nicht gut. Viele unserer heimischen Bäume sind dem fortschreitenden Klimawandel nicht gewachsen.

Trockenschäden und Schäden durch Insekten verursachten in diesem und im letzten Jahr nicht nur Ausfälle bei Fichte und Kiefer: Auch Laubbäume wie beispielsweise Buchen, die bisher als klimatolerant galten, konnten den Witterungsextremen nicht standhalten. Der Klimawandel stellt die Forstwirtschaft vor neue Herausforderungen. Das Pilotprojekt „Neue Baumarten“ der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft soll hierbei Abhilfe schaffen.

LWF-Präsident Olaf Schmidt stellt Projekt vor

LWF-Präsident Olaf Schmidt auf der Bühne

LWF-Präsident Olaf Schmidt stellt das Projekt ''Neue Baumarten'' vor.

Olaf Schmidt, Präsident der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF), stellte das Projekt am vergangenen Freitag Politikern, Waldbesitzern und Mitarbeitern der Bayerischen Forstverwaltung im Evangelischen Gemeindezentrum in Heiligenstadt vor.

Im Zuge dieses Experiments sollen in den Landkreisen Bamberg und Forchheim Baumarten angesiedelt werden, die ursprünglich in Südeuropa und in Nordamerika heimisch sind. Sie haben nach Ansicht der LWF die besten Chancen, mit den erwarteten Klimabedingungen der kommenden Jahre und Jahrzehnte zurechtzukommen. So sollen beispielsweise Robinien, Silberlinden, Edelkastanien, Libanonzedern und andere Baumarten aus wärmeren Breiten sowohl in den Wäldern der Bayerischen Staatsforsten als auch bei privaten Waldbesitzern, die an dem Pilotprojekt teilnehmen, gepflanzt werden.

"Der Wald ist nicht nur Opfer des Klimawandels, sondern auch Helfer bei dessen Bekämpfung, da jeder Baum Kohlenstoffdioxid speichert", so der Präsident der LWF. "Den Wald zu erhalten bedeutet für die Zukunft vorzusorgen." Komplett sollen unsere zukünftigen Wälder aber nicht aus neuen Baumarten bestehen: Schmidt hält einen Mischwald, in dem sowohl heimische als auch fremde Bäume gepflanzt werden, für die beste Option. Zudem betont er, dass mit den neuen Arten auch neue Schädlinge und somit neue Herausforderungen zu erwarten sein werden.

Dem Klimawandel entgegenwirken

(v.l.n.r.) Johann Kalb Olaf Schmidt Dr. Hermann Ulm und Holger Dremel

Prominenz pflanzt eine Libanonzeder

Schmidt ist zuversichtlich, dass das Projekt "Neue Baumarten" entscheidend zur Bekämpfung der Folgen des Klimawandels beitragen wird. Auch Helmut Krämer ist in puncto Klimawandel guter Dinge: "Mit all dem, was wir in den letzten Jahren im Landkreis Bamberg für das Klima gemacht haben, brauchen wir uns nicht zu verstecken", so der Bürgermeister von Heiligenstadt.

Zur Eröffnung des Pilotprojekts pflanzte Olaf Schmidt mit MdL Holger Dremel und den Landräten Dr. Hermann Ulm und Johann Kalb im Garten des Evangelischen Gemeindehauses die erste Libanonzeder. Abschließend bedankten sich Johann Kalb und Holger Dremel für das Engagement aller Beteiligten und sicherten dem Projekt ihre Unterstützung zu.