Woher kommt der Nachwuchs?
Pflanzung von Forstkulturen - Investition in die Zukunft

Forstwirte bei der Pflanzung von Kulturen

Pflanzung Forstkultur

Irgendwann kommt für jeden Wald der Moment, in dem man sich Gedanken um die Verjüngung machen sollte. Entweder weil die Bäume reif für die Holzernte sind, oder weil der Wald Schadereignissen zum Opfer fällt. - Woher kommt der Nachwuchs?

Wie so oft ist es sinnvoll, auf den eigenen Nachwuchs zu setzten. Bäume sorgen für ihren Nachwuchs durch Naturverjüngung. Häufig fehlen aber die Voraussetzungen für eine natürliche Verjüngung: Samenbäume der gewünschten Baumarten sind nicht vorhanden, dichtes Unkraut verhindern den Samenanflug. Besonders beim Waldumbau von Nadelwäldern zu Mischbeständen kommt man um eine künstliche Verjüngung, sprich eine Pflanzung, nicht herum.
Schnell gepflanzt und dann…?
Geübte Forstwirte pflanzen bis zu 100 Bäumchen in der Stunde. In kurzer Zeit hat man schon eine ganz hübsche Fläche geschafft. Nach 5-10 Jahren sind die Pflanzen aus dem Gröbsten heraus und aus der Kultur wird langsam ein Wald. Je schneller, desto besser, denkt sich mancher Waldbauer. Aber wie viel Zeit und Sorgfalt sollte man aufwenden, bedenkt man, wie lange die Bäume noch stehen! Auch gepflanzte Bäume müssen Sturm und Schnee über viele Jahre standhalten.
Sorgfalt von Beginn an
Sobald die Baumschule die Pflanzen ausliefert, sollte man einige wichtige Grundsätze beachten:
  • Entspricht die gelieferte Ware der Bestellung: Sorten, Herkünfte (wichtig bei Förderflächen), Größe, Baumart
  • Pflanzenqualität prüfen: ist die Wurzelbildung ausreichend, sind Schäden an den Pflanzen, sind die Pflanzen vital und vor allem frisch?
  • Pflanzgut sofort kühl und feucht halten: sind die feinen Wurzeln einmal angetrocknet, ist die Pflanze dauerhaft geschädigt. Also immer feucht und kühl halten.
Natürlich spielt auch die Anzucht der Pflanzen in der Baumschule eine wichtige Rolle. Bäumchen sind eine verderbliche Ware. Werden sie zu früh aus den Beeten gezogen und dann lange Zeit in Kühlhäusern gelagert, leiden die Frische und der Anwuchserfolg.
Sollte die Pflanzenlieferung nicht den Anforderungen entsprechen, bitte sofort reklamieren. Nur so kann man Ansprüche an die Baumschulen geltend machen.
Der entscheidende Moment
Die Wurzel versorgt den Baum mit wichtigen Nährstoffen und Wasser. Sie gibt ihm zudem Standfestigkeit. Wird bei der Pflanzung geschlampt, kann die Wurzel diese wichtigen Aufgaben nicht mehr erfüllen. Wer seine Pflanzen lieblos in ein viel zu kleines Loch stopft, muss sich nicht wundern, wenn die Kultur nicht gelingt oder die Bäume später durch Sturm und Schnee umfallen.
Bei jedem Pflanzverfahren gilt der Grundsatz: Das Pflanzloch wird der Wurzel angepasst, nicht umgekehrt!
ZüF? - TÜV für Pflanzen?
Der Zertifizierungsring für überprüfbare forstliche Herkunft Süddeutschland (abgekürzt: ZüF) ist wirklich so etwas wie der TÜV für Baumschulpflanzen. Die Abstammung der Pflanzen kann von der Saatgutgewinnung bis zur Auslieferung zurückverfolgt werden. Dadurch lassen sich eventuelle Manipulationen mit forstlichen Herkünften beweisen.
In der Praxis werden von den ausgelieferten Pflanzen Proben gewonnen und durch Stichproben mit den hinterlegten Daten verglichen.
Dadurch ist jeder Waldbesitzer in der Lage, Schadensersatz zu fordern, wenn beispielweise die gekauften Kirschbaumpflanzen der Herkunft „Rhön Grabfeld“ später ausschauen wie die Kirschenbäume aus dem Garten.
Der Mehraufwand für dieses Verfahren wird teilweise auf den Kaufpreis der Pflanzen umgelegt.
Wegen der höheren Kosten können bei der Antragstellung „zertifizierte Pflanzen“ mit höheren Förderbeträgen der Forstverwaltung bezuschusst werden.
Lassen Sie sich helfen
Lassen Sie sich von Ihrem zuständigen staatliche Revierleiter beraten. Bei Lehrgängen und Schulungen können sie sich wichtige Tipps zum Thema Pflanzung und Kulturbegründung holen. Die Waldbesitzervereinigungen übernehmen für Sie die Bestellung, Kontrolle und Auslieferung der Pflanzen. Infoblätter und Broschüren liegen in den Forstrevieren aus.