Veranstaltungsrückblick
Neue Vorgaben für Jauche-, Gülle- und Silagesickersaft-Anlagen

Landwirte bei der Infoveranstaltung

Bereits im August 2017 ist die neue Bundesanlagenverordnung in Kraft getreten. Die "Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen" (AwSV) regelt vor allem die Planung, Errichtung, Beschaffenheit und den Betrieb von Jauche-, Gülle-, Silagesickersaft-Anlagen (JGS).

Die Umsetzung dieser Verordnung wird durch die "Technischen Regeln für wassergefährdende Stoffe (TRwS)" konkretisiert. Mit Veröffentlichung des Technischen Regelwerks im August 2018 gibt es nun Klarheit über die fachlich richtigen technischen Lösungen.
Das ist neu:
Eine wesentliche Neuerung in der Anlagenverordnung ist die Fachbetriebspflicht. Diese besagt, dass JGS-Anlagen von zugelassen Baufirmen errichtet werden müssen. Es gibt aber auch Bagatellgrenzen, zum Beispiel 25 m³ bei Sickersaftbehältern, 500 m³ bei Güllebehältern bzw. 1.000 m³ bei Lagern für Silage und Festmist, für die vereinfachte Kriterien gelten. Beim Bau von JGS-Anlagen sind nur noch zugelassene Produkte/Baustoffe verwendbar. Konkrete Anforderungen hierzu gibt das technische Regelwerk vor.
Pflichten beim Betrieb von Festmistlagern und bei der Lagerung von Siliergut wie beim Umgang mit Jauche, Silagesickersäften und verunreinigtem Niederschlagswasser werden geregelt. Der Bau, wesentliche Änderungen von bestehenden Anlagen, oder die dauerhafte Stilllegung von JGS-Anlagen müssen jeweils 6 Wochen im Voraus bei der Genehmigungsbehörde angezeigt werden.
Experten geben Auskunft
Diese Informationen wurden Anfang Dezember 2018 in einer Veranstaltung von AELF Münchberg, Fachzentrum Rinderhaltung, und AELF Bamberg dargelegt. Wolfgang Willutzki und Florian Frank vom Fachzentrum sowie Christian Voit vom TÜV Süd als Sachverständiger für Anlagensicherheit gaben aus erster Hand Fachinformationen an die 35 anwesenden Landwirte weiter. Diese nutzten die Gelegenheit, stellten Fragen und diskutierten intensiv mit den Experten. Durch die Teilnahme der beiden Landratsämter, fachkundige Stelle für Wasserwirtschaft, konnten vielfach offene Punkte und Fragen gleich direkt geklärt werden.
Fazit der Veranstaltung
Eine frühzeitige Beteiligung und Nachfrage beim Landratsamt ist immer empfehlenswert, wenn es um den Neubau oder die wesentliche Änderung an JGS-Anlagen gehen soll. Ansprechpartner am Bamberger Landratsamt ist Sebastian Wagener, in Forchheim Stefan Hack. Darüber hinaus beantwortet auch der Bauberater Wolfgang Willutzki im Fachzentrum Rinderhaltung in Münchberg Fragen zum Thema.

Ansprechpartner am Fachzentrum Rinderhaltung, AELF Münchberg

Wolfgang Willutzki
AELF Münchberg
Hofer Straße 45
95213 Münchberg
Telefon: 09251 878-101
Fax: +49 9251 878-200
E-Mail: poststelle@aelf-mn.bayern.de