Rückblick Informationsfahrt
Mehr Vielfalt in Wald und Flur

Bunt blühende, artenreiche Wiese

Blühende Wiese

"Mehr Vielfalt in Wald und Flur" - unter diesem Motto stand im August 2019 die Informationsfahrt des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Bamberg. Mit dabei: Vertreter der Jagd und Naturschutzbehörden der Regierung von Oberfranken, des Landratsamtes Bamberg, der Jägerschaft, der Waldbesitzervereinigungen und des Bayerischen Waldbesitzerverbandes.

Behördenleiter Hans-Rüdiger Schmittnägel und Forstrevierleiter Michael Bug führten die Teilnehmer zunächst in den Wald von Thomas Oswald aus Stadelhofen. Alte, starke Fichten stehen im Wechsel mit jungen, knie- bis über zimmerhohen Ahornen und Buchen. Trotz der anhaltenden Trockenheit vermittelten die Waldbäume einen gesunden Eindruck.
Thomas Oswald erläuterte, dass sich in entstandenen Lücken vor rund fünf Jahren diese, aber auch Fichten und andere Baumarten natürlich ansiedelten. Dies sei nur möglich gewesen, weil der örtliche Jagdpächter für den Ausgleich von Wald und Wild sorgte und so der Rehwildverbiss an den jungen Waldbäumen vergleichsweise gering gewesen ist.
Blühflächen angelegt
Christine Endres, Nebenerwerbslandwirtin aus Wotzendorf bei Stadelhofen und ihr Vater Hermann Endres, zeigten anschließend ihre Blühflächen. Sie befinden sich in der Nähe im Offenlandbereich und wurden als Beitrag zum Naturschutz von rund fünf Jahren angelegt. Das Grundstück war dafür besonders geeignet, weil es fern vom Hof liegt und sich daher für eine extensive Bewirtschaftung anbietet. So verbinden sich Ökologie und Ökonomie in idealer Weise. Die Landwirtschaftsverwaltung beziehungsweise der Freistaat Bayern fördert Blühflächen mit einem finanziellen Zuschuss von derzeit 600 Euro je Hektar und Jahr.
Der Wildlebensraumberater der Landwirtschaftsverwaltung, Matei Mezovsky, ergänzte, dass das vorgeschriebene Saatgut aus rund 50 verschiedenen Kräutern bestehe und auch nach fünf Jahren noch mindestens 25 bis 30 Kräuterarten vorhanden seien. Die Blühflächen ahmen die früher gebräuchliche Dreifelderwirtschaft nach und bieten zahlreichen seltenen Arten wie Wildbienen, Vögeln und Säugetieren Deckung und Nahrung.