Wegen Trockenheit:
Aufwuchs von Brachflächen darf verfüttert werden

Bunt blühende, artenreiche Wiese

Das Landwirtschaftsministerium hat mitgeteilt, dass nach Auswertung von Wetter- und Bodenfeuchtedaten in ganz Franken, der Oberpfalz und einigen südlichen Landkreisen die Trockenheit so ausgeprägt ist, dass dies als Fall höherer Gewalt nach EU-Recht zu werten ist. Infolge dessen darf der Aufwuchs von Stilllegungsflächen seit dem 1. Juli in diesen Regionen für Futterzwecke genutzt werden, auch im Rahmen von Nachbarschaftshilfe.

Dies betrifft sowohl aus der Produktion genommene Flächen (Nutzcode 591 und 592) als auch ökologische Vorrangflächen (ÖVF, Nutzcode 054, 057, 058 und 062). Eine Umcodierung ist nicht erforderlich. Da dies in den genannten Regionen eine allgemeine Freigabe ist, muss vom Landwirtschaftsamt keine Prüfung erfolgen, der Landwirt muss auch keine Meldung am Amt machen. Allerdings könnte durch hinreichende Niederschläge im weiteren Witterungsverlauf der Notfall ein Ende nehmen, der Landwirt muss sich also z.B. nach ergiebigem Regen informieren, ob sich die Rechtslage geändert hat.

Weiterhin sind folgende Punkte zu beachten:

  • Das Stickstoff-Düngeverbot bleibt weiter bestehen.
  • ÖVF-Schutzstreifen, die gleichzeitig im Kulturlandschaftsprogramm (KuLaP) mit den Maßnahmen B32/33/34 gefördert werden, dürfen ebenfalls ab 01.07. genutzt werden.
  • ÖVF-Flächen mit der KuLaP-Maßnahme B47 (jährlich wechselnde Blühflächen) dürfen erst ab 02.09. genutzt werden, bei Flächen mit B48 (5-Jährige Blühflächen) bleibt das generelle Nutzungsverbot bestehen.
  • ÖVF-Brachen die auch im Vertragsnaturschutz mit den Brachemaßnahmen H11 und H12/13/14 gefördert werden, dürfen erst ab 01.09. genutzt werden.
Für Flächen außerhalb o.g. Gebietskulisse (solche dürften unsere Landwirte kaum haben) und bei Schadereignissen unabhängig von der Trockenheit (z.B. könnte nach Ende der Trockenheit Hagel lokal begrenzt den Mais zerstören) bleibt die Möglichkeit der Anerkennung eines Falls höherer Gewalt/außergewöhnlicher Umstände durch Einzelfallprüfung.