Gewässer sollen guten ökologischen Zustand erreichen
Demonstrationsbetriebe in den Landkreisen Bamberg und Forchheim

Panoramaansicht aus dem Landkreis Bamberg

Ziel der EU-Wasserrahmenrichtlinie ist, bis spätestens 2027 für die Gewässer einen guten ökologischen Zustand erreichen. Die Landwirtschaft ist dabei gefordert, ihren Nährstoffeintrag (besonders Nitrat, Phosphat, Pflanzenschutzmittel) zu reduzieren.

Ein bayernweites Netzwerk von Demonstrationsbetrieben dient als Plattform für den Erfahrungsaustausch. Die rund 100 landwirtschaftlichen und gartenbaulichen Betriebe zeichnen sich durch gewässerschonende Bewirtschaftungsweisen aus. Sie informieren in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten über einen nachhaltigen und ressourcenschonenden Umgang mit Gewässern und Grundwasser, Boden, Klima.

Das Angebot richtet sich vor allem an

  • Landwirte,
  • Landwirtschaftliche Berufs- und Fachschulen,
  • Berater und Auszubildende in der Landwirtschaft,
  • Fachbehörden der Ländlichen Entwicklung, Umwelt- und Wasserwirtschaftsverwaltung,
  • interessierte Besuchergruppen.

Jörg und Andreas Deinlein GbR, Scheßlitz-Neudorf

Betriebsspiegel:

  • Geographische Lage: Landkreis Bamberg, Hochfläche des Frankenjura
  • Betriebstyp: Ferkelerzeugung
  • Betriebsflächen: Ackerbaubetrieb
  • Tierhaltung: Zuchtsauen mit Ferkelerzeugung und weiblicher Nachzucht
  • Fruchtfolge: Winterraps – Winterweizen – Sommergerste – Silomais – Triticale – Wintergerste – Kleegras
  • Relevante Betriebszweige: Biogasanlage, Durchwachsene Silphie
Maßnahmen zu Gewässer-, Boden- und Klimaschutz:
Die Deinlein GbR liegt teils auf der Hochfläche des fränkischen Jura und teils im Wasserschutzgebiet des Regnitztales.
Seit etwa 25 Jahren verzichtet der Betrieb komplett auf den Pflug. Der Betrieb Deinlein GbR ist Vorreiter in der GPS-Technik. Er hat die Schlepper mit RTK und die Mähdrescher mit Ertragskartierung ausgestattet, um einen gewässerschonenden Pflanzenschutz und Düngereinsatz zu ermöglichen.
Als 2. Vorsitzender der Güllegemeinschaft Jura führt der Betriebsleiter schon seit ca. 20 Jahren eine bodennahe Gülleausbringung aus. Seit 2017 nimmt der Betrieb am Silphie-Demoprojekt nördliche Frankenalb teil.

Angebote und Veranstaltungshinweise:

  • Feldbegehungen und Führungen sind nach Absprache jederzeit möglich.
  • In der Vegetationszeit werden Vorführungen zu aktuellen Themen im Bereich Umwelt- und Klimaschutz angeboten.

Stefan Faatz, Walsdorf

Gülleausbringung auf dem Feld

© Stefan Faatz

Landschaftsansicht mit Straße durch verschiedene Felder

© Stefan Faatz

Traktor bei der Feldarbeit

© Stefan Faatz

Betriebsspiegel:

  • Geographische Lage: Landkreis Bamberg, Aurachtal und östlicher Rand des Steigerwaldes
  • Betriebstyp:Milchviehbetrieb
  • Betriebsflächen: Ackerbau mit Feldfutter
  • Tierhaltung: Milchkühe mit Nachzucht
  • Fruchtfolge: Zuckerrüben/Mais – Winterweizen – Roggen/Wintergerste
  • Relevante Betriebszweige: Biogasanlage, Riesenweizengras, Durchwachsene Silphie
Maßnahmen zu Gewässer-, Boden- und Klimaschutz:
Der Betrieb Stefan Faatz liegt im Keuper-Lias-Gebiet zwischen dem östlichem Rand des Steigerwaldes und dem Aurachtal.
Auf dem niederschlagsarmen Standort werden die örtlich stark wechselnden Böden mit pflugloser, wasserschonender und erosionsmindernder Minimalbodenbearbeitung bewirtschaftet. In Kooperation mit den Trinkwasserversorgern setzt der Betrieb bereits seit Jahren gewässerschonende Bewirtschaftungsmethoden, wie Mulchsaat vor Mais und Zuckerrüben sowie Anbau von Durchwachsener Silphie, freiwillig um und nimmt auch am Projekt "Wasserschutzbrot" teil. Die Wirtschaftsdünger werden mit der eigenen Technik bodennah und emissionsarm ausgebracht.

Angebote und Veranstaltungshinweise:

  • Führungen und Feldbegehungen sind nach Absprache möglich.
  • In der Vegetationszeit werden Vorführungen zu aktuellen Themen im Bereich Umwelt- und Klimaschutz angeboten.

Galster Gosberg GbR, Gosberg

Traktor bei der Gülleausbringung

© Dominik Galster

Mehrere Männer bei einer Besprechung auf dem Feld

© Dominik Galster

Traktor bei der Feldarbeit

© Dominik Galster

Betriebsspiegel:

  • Geographische Lage: Landkreis Forchheim, Rand des Wiesent- und Hirtenbachtals
  • Betriebstyp: Milchviehbetrieb
  • Betriebsflächen: Ackerbau mit Feldfutter
  • Tierhaltung: Milchkühe mit Nachzucht
  • Fruchtfolge: Weizen, Gerste, Raps, Mais, Soja, Erbsen, Kleegras
  • Relevante Betriebszweige: Milchtankstelle, Direktvermarktung, Riesenweizengras (Szarvasi)
Maßnahmen zu Gewässer-, Boden- und Klimaschutz:
Der Betrieb Galster liegt im südlichen Landkreis Forchheim. Der Landwirt baut nach Getreide abfrierende Zwischenfrüchte an.
Der nachfolgende Silomais wird in Mulchsaat bestellt. Die Ausbringung von Wirtschaftsdüngern erfolgt mit bodennaher Ausbringtechnik. Viele Flächen grenzen an sensible Oberflächengewässer. Hier wendet der Betrieb eine besonders gewässerschonende Bodenbearbeitung an, die den Eintrag von Nährstoffen ins Oberflächengewässer fast vollständig reduziert. Im Wasserschutzgebiet achtet er in Zusammenarbeit mit den örtlichen Wasserversorgern auf einen besonderen Grundwasserschutz und nimmt am Projekt „Wasserschutzbrot“ der Stadtwerke Forchheim teil.

Angebote und Veranstaltungshinweise:

  • Begehungen und Führungen sind nach Absprache jederzeit möglich.
  • Zwei Vorführungen zu aktuellen Themen werden jedes Jahr – jeweils im Frühjahr und Sommer – auf dem Betrieb abgehalten.

Georg Hollfelder GbR, Litzendorf

Betriebsspiegel:

  • Geographische Lage: Landkreis Bamberg, Regnitztal und Anstieg der Frankenalb
  • Betriebstyp: Milchviehbetrieb
  • Betriebsflächen: Schwerpunkt Feldfutterbau
  • Tierhaltung: Milchkühe mit Kälberaufzucht
  • Fruchtfolge: Klee-/Ackergras – Silomais – Winterweizen/Wintergerste
  • Relevante Betriebszweige: Biogasanlage, Saatgutvermehrung
Maßnahmen zu Gewässer-, Boden- und Klimaschutz:
Der Betrieb Hollfelder GbR liegt zwischen dem Regnitztal und dem Anstieg zur Frankenalb. Für den Erhalt des Bodengefüges wirtschaftet der Betrieb seit über 10 Jahren pfluglos und ergreift Maßnahmen zur Vermeidung von Bodendruck. Deshalb werden RTK-Technik, Reifendruckregelanlagen und mulchsaattaugliche Maissägeräte eingesetzt. Anfallende Wirtschaftsdünger werden bodennah ausgebracht. In der humusanreichernden Fruchtfolge favorisiert der Betrieb den Zwischenfrucht- bzw. zweijährigen Kleegrasanbau vor Mais. Hierzu werden Demo-Versuche, wie Strip-Till-Verfahren oder Kleegrasumbruch mit Reihenfräse ohne Glyphosateinsatz angelegt.

Angebote und Veranstaltungshinweise:

  • Führungen und Feldbegehungen sind nach Absprache möglich.
  • In der Vegetationszeit werden Vorführungen zu aktuellen Themen im Bereich Gewässer-, Boden- und Klimaschutz angeboten.

Kontakt

Bei Interesse an einer Betriebsbesichtigung oder einer Feldführung auf einem der Demonstrationsbetriebe wenden Sie sich bitte an:
AELF Bamberg
SG L2.2 Bildung und Beratung
Tel.: 0951 8687-0
E-Mail: poststelle@aelf-ba.bayern.de