Tierische Erzeugung im Ökolandbau
Umstellung der Tierhaltung

Umstellungszeiten für Tiere und tierische Produkte (Tierumstellungsfristen)

  • Rinder und andere Wiederkäuer
    • 12 Monate bei Rindern für die Fleischerzeugung und mindestens ¾ der Lebenszeit (letzteres gilt nur beim Tierzukauf)
    • 6 Monate bei kleinen Wiederkäuern für die Fleischerzeugung
    • 6 Monate bei Tieren für die Milcherzeugung
  • Schweine
    • 6 Monate
  • Geflügel
    • 10 Wochen für die Fleischerzeugung
    • 6 Wochen für die Eiererzeugung
Keine Umstellung konventioneller Geflügelbestände bei den Öko-Verbänden.
Bei der Tierhaltung gibt es keine Umstellungsprodukte.

Umstellungsverfahren für die tierische Erzeugung (Betriebsumstellung)

Getrennte Umstellung der Tierhaltung
Dieses Verfahren wird meist angewandt, wenn eine möglichst schnelle Umstellung angestrebt wird wie
  • eine kürzere Umstellungszeit als 2 Jahre für Tiere bei geringen Stallumbaumaßnahmen (z.B. Milchvieh)
  • Tiere, die im Wesentlichen mit Kraftfutter (Schweine, Geflügel) gefüttert werden
  • Futterflächen gelten bereits als umgestellt (z. B. Grünlandprämie, B20/21).
Ab Beginn der Tierumstellungsfristen (siehe oben) müssen die Fütterungs- und Haltungsanforderungen usw. erfüllt sein. Konventionelle Futtermittel dürfen ab Umstellungsbeginn mit Ausnahme der mengenmäßig begrenzten Eiweißfuttermittel bei Schweinen und Geflügel bis Ende 2017 ab Umstellungsbeginn der Tierhaltung nicht mehr zugekauft werden.
Gleichzeitige (kombinierte) Umstellung der Tierhaltung
Dieses Verfahren ist verbreitet bei der Mutterkuhhaltung u.ä. oder Milchvieh mit größeren Stallumbaumaßnahmen.
Die Umstellungszeit muss bezüglich KULAP spätestens 2 Jahre nach Abschluss des Kontrollvertrages für den gesamten Betrieb enden, nach der EG-Öko-VO kann sie auch länger dauern. Erst zu diesem Zeitpunkt müssen die Fütterungsanforderungen erfüllt sein im Gegensatz zur getrennten Umstellung.
Die Haltungsanforderungen müssen wie bei der getrennten Umstellung ebenfalls um die Tierumstellungsfristen vor der Vermarktung als Öko-Produkte bereits der EG-Öko-VO entsprechen.

Beispiele

Die folgenden Beispiele zeigen die unter üblichen Bedingungen die kürzesten Umstellungs-zeiten zur Vermarktung von A-Ware.
Milchvieh- und Gemischtbetrieb:
Um neben evtl. Marktfrüchten auch alle Futteraufwüchse nach Abschluss der KULAP-B10-Vereinbarung möglichst bald als U-Ware verkaufen bzw. für eine möglichst schnelle Umstellung der Tierhaltung nach dem Verfahren „getrennte Umstellung“ verfüttern zu können, wird der Kontrollvertrag für den pflanzlichen Bereich nach der getrennten Umstellung (Teilbetriebsumstellung) vor dem 1. Silageschnitt z.B. zum 01. Mai abgeschlossen. Bei Betrieben mit vorheriger „Extensiver Grünlandnutzung“ im KULAP und Nachweis, dass keine chemischen Einzelpflanzenbehandlungen durchgeführt wurden, kann der Kontrollvertrag auch erst vor Beginn der Getreideernte abgeschlossen werden.
Spätestens zum 1. Januar vor Abschluss der KULAP-Vereinbarung muss dann auch die Tierhaltung mit einem Kontrollvertrag für den Gesamtbetrieb dem Kontrollverfahren unterstellt werden. Sobald dann im Sommer bei Silagefütterung eine reine Ökofütterung (U-und A-Ware) bis auf einen evtl. max. 20 %-igen Anteil vom 1. Umstellungsjahr vom eigenen Betrieb („Nulljahresfutter“) in Form von mehrjährigem eigenem Grundfutter oder Körnerleguminosen erfolgt, kann die 6-monatige U-Zeit für die Milch beginnen. Neben den Fütterungsanforderungen müssen immer auch ein halbes Jahr vor der Öko-Milchlieferung auch die Haltungsanforderungen erfüllt sein.
Ferkel im Gras
Schweine- und Geflügelbetrieb:
Der Abschluss des Kontrollvertrages für den pflanzlichen Bereich (Teilbetriebsumstellung) erfolgt spätestens Anfang Juli vor der Kulap B10-Vereinbarung im Winter. Die Einbeziehung der Tierhaltung in das Kontrollverfahren (Gesamtbetrieb) erfolgt spätestens zum 1. Januar nach dem Verfahren der „getrennten Umstellung“. Mit der Ernte des ersten U-Getreides im folgenden Sommer steht 100 % U-Futter zur Verfügung und zu diesem Zeitpunkt aufgestallte oder geborene Tiere können später als Öko-Tiere vermarktet werden. Für eine noch frühere Vermarktung als Öko-Tiere muss Öko-Ware (A- und/oder auf 30 % begrenzt U-Futter) zugekauft werden.
Teilnehmer im Stall
Mutterkuhhaltung oder größere Stallbaumaßnahmen:
In der Mutterkuhhaltung, Schafhaltung usw. oder wenn bei den o.g. Produktionsverfahren wegen längere Zeit in Anspruch nehmenden Stallneu- oder -umbaumaßnahmen keine schnelle Öko-Vermarktung der Tiere nötig bzw. möglich ist, wird die „gleichzeitige Umstellung“ gewählt, bei der 2 Jahre nach Umstellungsbeginn des gesamten Betriebes die Öko-Vermarktung der Tiere möglich ist. Es müssen auch hier um die Tierumstellungsfristen von 6 oder 12 Monaten vorher die Haltungsanforderungen erfüllt sein, die Fütterungsanforderungen hingegen erst vor Ende der Umstellungszeit.