Ökologischer Landbau
Umstellung des Pflanzenbaues

Grundsätze

  • Umstellungsbeginn ist der Abschluss des Kontrollvertrages
  • Umstellungsware (U-Ware) ist zu ernten nach mind. 12 Monaten ökologischer Bewirtschaftung vor der Ernte der Pflanzen
  • Anerkannte Bioware (A-Ware) nach mind. 24 Monaten ökologischer Bewirtschaftung vor der Aussaat oder der Nutzung bei Futterpflanzen wie Grünland u. Kleegras
  • A-Ware bei Dauerkulturen nach mind. 36 Monaten ökologischer Bewirtschaftung vor der Ernte, bei bestehenden Kulturen und bei in der Umstellungszeit mit ökologischem Pflanzgut neu angelegten Kulturen mind. 24 Monate vor der Ernte.

Beispiel: Abschluss des Kontrollvertrages im

Frühjahr vor Silageernte:

  • Üblicher Umstellungsbeginn bei Milchviehbetrieben ohne KULAP-Vereinbarungen „Extensive Grünlandnutzung“ und ohne dort mögliche Einzelpflanzenbehandlungen.
  • Die Ernten von Marktfrüchten des 1. und des 2. Folgejahres sind U-Ware; (Ernte mind. 12 Monate nach Abschluss des Kontrollvertrages).
  • Die Ernten ab dem 3. Folgejahr sind A-Ware; (Saat mind. 2 Jahre nach Abschluss des Kontrollvertrages).

Vor der Getreideernte:

  • Üblicher Umstellungsbeginn der Marktfrucht-, Schweine- und Geflügelbetriebe. Status der Früchte siehe „Frühjahr…“.

September

  • Ernte des 1. Folgejahres ist Ernte mit konventionellem Status (außer 1 Jahr nach Abschluss geerntete Kartoffeln, Mais u.ä.)
  • Ernte des 2. Folgejahres ist U-Ware
  • Ernte des 3. Folgejahres ist A-Ware

Spätherbst bis Winter:

  • Ernte innerhalb der folgenden 12 Monate ist konventionelle Ware
  • Ernte des 2. Folgejahres ist komplett U-Ware
  • Ernte des 3. Folgejahres ist:
    • U-Ware bei Wintergetreide
    • Erste A-Ware bei Sommerfrüchten
  • Ernte des 3. Folgejahres ist komplett A-Ware.

Verwendung von betriebseigenem Futter

In der Tierhaltung darf sog. "Nulljahresfutter" (geerntet innerhalb der ersten 12 Monate nach Abschluss des Kontrollvertrages) bei der "getrennten Umstellung" ab Beginn der Tierumstellungsfristen und bei der "gleichzeitigen Umstellung" ab Ende der Umstellungszeit von 2 Jahren in der Ration nur noch bis maximal 20 % (TS) als Futter von Grünland oder Kleegras (Dauerkulturen) oder als Körnerleguminosen verfüttert werden. Diese Regelungen gelten analog beim Flächenzugang. Beim maximal möglichen Zukauf von 30 % Umstellungsfutter ist ggf. dieses "Nulljahresfutter" anzurechnen. Bei den Ökoverbänden sind z.T. strengere Regelungen zu beachten.