Zoombild vorhanden
Im Brombeerdickicht sind die jungen Pflanzen anhand der Wuchshüllen leichter ausfindig zu machen.
Mit viel Energie und Begeisterung waren 33 Schülerinnen und Schüler der fünften Klassen der Mittelschule Gräfenberg im Gemeindewald Igensdorf unterwegs. Gemeinsam mit Försterin Luisa Grasser und Förster Lukas Huber von der Bayerischen Forstverwaltung lernten sie dort, wie junge Bäume im Klimawandel geschützt werden können.
Zum Einstieg schlüpften die Kinder selbst in verschiedene Rollen des Waldökosystems: Einige stellten junge Bäume dar, andere Rehe, und auch ein Luchs war unterwegs. Schnell zeigte sich im Spiel, was auch im echten Wald passiert: Je mehr „Rehe“ unterwegs waren, desto häufiger wurden die „Bäumchen“ abgeknabbert. Die Erkenntnis lag auf der Hand – bei hoher Rehwilddichte brauchen junge Waldbäume besonderen Schutz.
Danach ging es an die praktische Arbeit. Mit großem Einsatz statteten die Schülerinnen und Schüler junge Vogelkirschen mit sogenannten Wuchshüllen aus. Diese schützen die Pflanzen vor Wildverbiss und schaffen gleichzeitig ein kleines Treibhausklima, das den Bäumen einen Wachstumsvorsprung verschafft. Außerdem lassen sich die jungen Pflanzen so leichter wiederfinden, wenn sie gegen Brombeeren und andere konkurrenzstarke Pflanzen freigeschnitten werden müssen. So arbeitete sich das kleine Schülerheer zwischen Brombeersträuchern, jungen Bäumen und vielen Wuchshüllen Stück für Stück durch den Waldboden. Einige Wuchshüllen waren allerdings bereits leer: Manche Bäume waren vertrocknet oder ausgefallen. Auch hier packten die Kinder mit an und bauten die nicht mehr benötigten Hüllen ab. Dabei lernten sie wichtige Aufgaben aus dem Forstalltag kennen – junge Kulturen begründen, pflegen, schützen und Materialien wieder in den Recyclingkreislauf zurückführen.
Zum Abschluss wurde es kreativ: Aus Naturmaterialien bauten die Kinder ihre eigenen „Superbäume“. Sie überlegten, welche Eigenschaften ein Baum braucht, um Hitze und Trockenheit künftig besser zu überstehen – etwa große Kronen oder besonders tiefe Wurzeln. Für eine wohlverdiente Stärkung sorgte schließlich der Bauhof Igensdorf. Die Mitarbeitenden brachten heißen Tee und frische Brezen in den Wald, die die jungen Waldhelfer bei strahlendem Sonnenschein genießen konnten.