Strullendorf
Begehung des Wertholz-Submissionsplatzes

Eine Gruppe Menschen steht mit dem Förster am dicken EichenstammZoombild vorhanden

Fachkundige Erläuterungen der Forstfachleute machten die Begehung kurzweilig und lehr-reich für alle Teilnehmenden.

Im Nachgang zu den diesjährigen Meistgebotsterminen fand am Freitag, 23. Januar, eine gemeinsame Begehung des Wertholzlagerplatzes in Strullendorf statt, bei der die Ergebnisse und Erlöse der Nadelholz-Versteigerung Litzendorf und Laubholz-Submission Pretzfeld vorgestellt wurden.

Rund 30 Interessierte folgten der Einladung des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Bamberg sowie der Waldbesitzervereinigungen Kreuzberg und Fränkische Schweiz und nutzten die Gelegenheit, ausgewählte Werthölzer aus den Wäldern Oberfrankens aus nächster Nähe zu betrachten.

Anschauliche Führung mit praxisnaher Baumartenkunde und Qualitätsansprache

Die Führung über den Lagerplatz übernahmen in diesem Jahr Lukas Huber und Leon Gaßner, beide Forstfachmänner am AELF. An jedem Stamm stellten sie interaktiv typische Merkmale zur Baumartenbestimmung vor. Besonderes Augenmerk lag dabei auf der Rindenstruktur sowie den Stirnflächen der Stämme, anhand derer sich auch die Qualität bestimmten lässt. Neben Ästen, Rissen und Faulstellen ist oftmals ein breiter Jahrringsaufbau ein wichtiges preisminderndes Qualitätsmerkmal für die Käufer.

Breites Holzspektrum aus der Region

Zunächst wurden die Nadelhölzer vorgestellt. Besonders hervorgehoben wurde dabei eine Fichte, die einen Erlös von 690 Euro pro Festmeter erzielte. Auch bei den weiteren aufgelegten Nadelbaumarten wie Lärche, Kiefer, Fichte und Douglasie blieb kaum ein Stamm ohne Gebot. Insgesamt konnten bei den Nadelhölzern steigende Durchschnittspreise verzeichnet werden.

Die im Anschluss vorgestellten Laubhölzer umfassten unter anderem Linde, Flatterulme, Erle, Elsbeere, Walnuss, Feldahorn, Bergahorn, Esche und Eiche. Kaum auf einem anderen Lagerplatz finden sich so viele unterschiedliche Baumarten. Laut den Anwärtern liegt diese außergewöhnliche Vielfalt vor allem an den vielen unterschiedlichen Standorten der Region und insbesondere der nährstoffreichen fränkischen Alb. Neben dieser beeindruckenden Vielfalt rückte auch die wirtschaftliche Bedeutung einzelner Baumarten in den Fokus: Die Esche, die infolge des Eschentriebsterbens in der Region vielfach entnommen werden muss, erzielte noch gute Erlöse von durchschnittlich rund 200 Euro pro Festmeter.

Herausragender Eichenstamm als Blickfang

Menschengruppe steht an einer mächtigen, gefällten EicheZoombild vorhanden

Einige der Teilnehmenden stellten sich zum Gruppenbild am mächtigen Eichenstamm auf.

Ein besonderer Blickfang der Begehung war ein mächtiger Eichenstamm mit einem Volumen von 10,75 Festmetern, einer Länge von zehn Metern und einem Mitteldurchmesser von 117 Zentimetern. Der rund 400 Jahre alte Baum beeindruckte nicht nur durch seine Dimensionen, sondern auch durch seine Qualität. Der Stamm wurde mit 1.680 Euro je Festmeter beboten und unterstrich damit die hohe Nachfrage nach hochwertigem Laubholz aus der Region.