Informationen zum Borkenkäfer und zur Bekämpfung

Bohrmehl auf der Rinde eines Baumstamms

Der Sommer 2020 war wieder überwiegend zu trocken und zu warm. Davon haben die Fichtenborkenkäfer weiter profitiert. Seit Oktober fliegen die Käfer zwar nicht mehr, Neubefall findet daher zur Zeit nicht statt.
Die Waldbesitzer sind aber angehalten, ihre Fichtenwälder auch im Winterhalbjahr laufend zu kontrollieren. Befallene Fichten sind dann rasch aufzuarbeiten und zu entfernen, bevor die Rinde mit den vorhandenen Käfern abfällt.

August 2021
Aktuelles Geschehen

Hauptschwärmflug der ersten Generation - Anlage der zweiten Generation

BorkenkäferZoombild vorhanden

Foto: Florian Stahl

Aktuell schwärmt die erste Generation von Borkenkäfern aus, um eine zweite Generation anzulegen. In vielen Bereichen ist dieser sog. Hauptschwärmflug sogar bereits abgeschlossen. Daher gilt weiterhin dringlich das Gebot, nach Bohrmehl zu suchen.
Besondere Vorsicht gilt bei umgestürzten Fichten als Folge regionaler Gewitter- bzw. Hagelstürme. Diese gilt es rasch aufzuarbeiten und aus dem Wald zu entfernen, um Brutmaterial für den Borkenkäfer zu entfernen.

Handlungsempfehlungen
Maßnahmen für den Sommer 2021

Alle Waldbesitzer sind dringend angehalten, Ihre Waldstücke konsequent auf Befall zu kontrollieren und nach vorhandenem Bohrmehl zu suchen.
Ihr Einsatz als Waldbesitzer ist derzeit am Wirkungsvollsten, wenn Sie weiterhin regelmäßig nach Bohrmehl suchen, auch innerhalb Ihrer Bestände. Nutzen Sie trockene Tage zum Suchen.
Es ist für den weiteren Verlauf enorm wichtig, die frisch vom Borkenkäfer befallenen Bäume zeitnah zu finden und waldschutzwirksam aufzuarbeiten. Befallenes Holz muss unverzüglich aufgearbeitet und abgefahren werden.

Bohrmehlsuche: Frischen Befall im Bestand finden

Buchdruckerbefall lässt sich bereits sehr früh am Auswurf des braunen Bohrmehls erkennen. Diese sammelt sich am Stammfuss, in Rindenschuppen, Spinnweben und auf der Bodenvegetation. Die Einbohrlöcher des Buchdruckers liegen dabei in der Regel zwischen Rindenschuppen.
Da gut sichtbares Bohrmehl nur bei der Anlage von Rammelkammer und Muttergang entsteht, also zu Beginn des Befalls kurz nach dem Einbohren der Käfer, ist es wichtig, jetzt auf Befall zu kontrollieren. Ist die Eiablage beendet, entsteht kein frisches Bohrmehl mehr.

Wo beginnt man mit der Suche?

Beginnend an sonnigen Südrändern, Ost- und Westrändern der Bestände und im Randbereich letztjähriger Käferlöcher sollte die Suche gestartet werden. Derzeit verlagert sich der Befall bereits in den Bestand, suchen Sie also auch dort.

Was ist mit befallenen Stämmen zu tun?

Haben Sie Befall gefunden, muss das befallene Holz unverzüglich aufgearbeitet und abgefahren werden, bevor die Käfer in zwei bis drei Wochen erneut ausfliegen und neue Bruten (Geschwisterbrut) anlegen. Im Wald liegendes, bruttaugliches Material (Rinde, kleiner Stammabschnitte usw.) muss ebenfalls entfernt oder (z. B. durch Mulchen oder Hacken) unschädlich gemacht werden.

Umgang mit Befall aus dem Vorjahr

Schadbild des Borkenkäfer im BestandZoombild vorhanden

Foto: Florian Stahl, LWF

Besonders dort, wo im letzten Jahr Befall gefunden wurde, sollte im Umkreis weiterhin kontrolliert werden. Befinden sich noch Fichten im Bestand, die bereits im letzten Jahr befallen wurden und noch ihre Rinde haben, sollten diese zeitnah aufgearbeitet und mindestens 500 Meter außerhalb des Waldes gelagert werden.

Weitere Informationen

Einen detaillierten Einblick in das aktuelle Geschehen zur Borkenkäfersaison 2021 sowie weitere Tipps zur Suche und Bekämpfung der Borkenkäfer finden Sie im aktuellen „Blickpunkt Waldschutz“ der Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) unter folgenden Links:

Wie Sie Käferbefall erkennen und was Sie bei der Aufarbeitung beachten sollten, sehen Sie in den beiden Video-Tutorials und der Bildergalerie. Die insektizidfreie Borkenkäferbekämpfung wird finanziell vom Staat gefördert. Für eine kostenlose Beratung stehen Ihnen Ihr Revierförster oder unsere Fachkräfte für Borkenkäfer gerne zur Verfügung.